Caaschwitz

 

Die Gemeinden Caaschwitz und Pohlitz liegen im Hochwasserrisikogebiet der Weißen Elster. Durch das Hochwasser im Mai/ Juni 2013 waren die Gemeinden erheblich überschwemmt und geschädigt. Neben technischen Maßnahmen für die Verringerung des Hochwasserrisikos sind auch Gewässerstrukturmaßnahmen im weiteren Umfeld der Gemeinden geplant.

Die dargestellten Maßnahmen sind eine Zusammenfassung und entsprechen dem Planungsstand vom 06. März 2018, der in der Bürgerinformationsveranstaltung in Caaschwitz vorgestellt wurde. Einen Rückblick auf die Veranstaltungen finden Sie hier. Für detaillierte Informationen und weitergehende Fragen benutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Hochwasserschutzmaßnahmen

Ortslage Caaschwitz
Die Maßnahmen zum Schutz der Ortslage Caaschwitz sehen den Bau eines insgesamt 1640 Meter langen Ringdeichs vor. Dieser soll das Schutzziel HQ100 sicherstellen und wird daher rund 70 Zentimeter höher als der bis dato bestehende Deich. Das Bauwerk erhält eine mineralische Innendichtung und einen wühltiersicheren Aufbau. Die begrünte Anlage wird beidseitig einen 5 Meter breiten Schutzstreifen und einen zur Ortslage gerichteten, nicht öffentlichen Verteidigungsweg beinhalten. Ausgehend vom südlichen Teil der Gemeinde (Obergasse) wird der Ringdeich nah an den Bahndamm angelegt, ohne direkt daran anschließen zu müssen. Anschließend verläuft der Deich nah der Ortslage, über die Elsterstraße bis zum nördlichen Ende der Gemeinde. Auch hier schmiegt sich der Deich nah an den Bahndamm. An der Obergasse sowie an der Elsterstraße werden zwei Scharten für den Straßenverkehr entstehen. Durch die leicht angehobene Fahrbahn an diesen Stellen ergibt sich bereits ein Hochwasserschutz (HQ20). Bei selteneren Hochwassereignissen, z. B. bei einem HQ100 müssen beide Zuwegungen gesperrt und Dammbalken eingesetzt werden. Der Ringdeich wird insgesamt 5 Siele  besitzen. Aus diesen kann Wasser durch Rohre aus der Ortslage abfließen, jedoch nicht eindringen. An diesen Punkten wird es im Notfall auch möglich sein, Binnenwasser abzupumpen. Für die Überprüfung der Binnenentwässerung wird ein vertiefendes hydrologisches Gutachten erstellt.

Der Hirschgraben
Der Hirschgraben verläuft aktuell noch verrohrt durch die Mitte der Ortslage Caaschwitz. Die Planung sieht vor, dass der Hirschgraben nunmehr als offener Graben außerhalb des Deiches an der Obergasse vorbei in die Elster abfließen kann. Dadurch wird die Kanalisation in Caaschwitz im Hochwasserfall spürbar entlastet.

Retentionsflächen zwischen Eisenbahnbrücke und Caaschwitz
Um eine Vergrößerung der Retentionsflächen im Umfeld von Caachwitz zu erreichen, sollen die Bestandsdeiche bei Caaschwitz und Pohlitz an mindestens zwei Stellen geschlitzt und auf 900 Metern Länge auf Geländehöhe zurück gebaut werden. Die zurückgebauten Dammflächen werden wieder nutzbar gemacht.

Wegekonzept
Nach jetzigem Planungsstand ist vorgesehen, einen neuen Weg zwischen Eisenbahnbrücke bei Bad Köstritz und der Wirtschaftsbrücke unterhalb der Feuerwehrschule anzulegen. Ein weiteres Wegestück soll von der Eisenbahnbrücke bis zur Obergasse in Caaschwitz entstehen, wobei sich dieser Weg auf Höhe der Wirtschaftsbrücke gabelt und ein Teilstück in Richtung Elster mit dem „Silbitzer Weg“ verbunden wird. An der neuen Kreuzung wird ein Wendehammer für landwirtschaftliche Fahrzeuge bzw. Rettungsfahrzeuge angelegt. Der „Silbitzer Weg“ bleibt im Verlauf erhalten, wird jedoch um 80 bis 90 Zentimeter angehoben.
Die neu angelegten Wege werden asphaltiert sein und als Rad- und Landwirtschaftswege benutzbar sein. Im Rahmen des vorgesehenen Flurneuordnungsverfahrens, welches das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung in Gera durchführt, kann es durch die Veränderung von Eigentumsverhältnissen nochmals zu Optimierungen in der Wegeführung kommen.

Gewässerstrukturmaßnahmen

Altarm
Als umfassendste Gewässerstrukturmaßnahme im Planungsabschnitt Caaschwitz ist die Verlegung des Gewässerverlaufes der Weißen Elster auf Höhe des Altarms geplant. Anstelle des begradigten Verlaufes sind Fluss-Schlingen (Mäander) geplant, die eine erhebliche Laufverlängerung mit sich bringen und dadurch im Hochwasserfall dämpfend wirken. Flussabwärts von der Eisenbahnbrücke zieht sich der geplante Flussverlauf zunächst parallel zur Gleisführung. Danach folgt in Fließrichtung links ein Altarm ohne Anbindung zur Weißen Elster, der sich zu einem Stillgewässer mit charakteristischer Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. Der neue Lauf der Weißen Elster soll dann den bestehenden Altarm queren und diesen beidseitig an den neuen Flussverlauf anschließen. Durch die Frischwasserzufuhr aus der Weißen Elster erwartet man vorteilhafte Effekte auf die Gewässerqualität des Altarmes. Noch vor der Brücke zu Feuerwehrschule wird der neue Gewässerverlauf wieder in das bestehende Flussbett geleitet. Das alte begradigte Flussbett wird bis auf Geländehöhe aufgefüllt und landwirtschaftlich nutzbar gemacht.

Uferabbruch
Weiter in Fließrichtung erfolgt rechtsseitig der Elster ein Uferabbruch bis auf Höhe der Elsterbrücke, sodass sich das Flussbett hier auf natürliche Weise erweitern kann. Um diesen Prozess zu begrenzen, werden „schlafende Ufersicherungen“ installiert, die mit zunehmender Ausuferung die Sedimentabtragung begrenzen werden.

Anbindung Altwasser Schmerle
Weiter flussabwärts wird rechtsseitig der Elster das Altwasser Schmerle an den Fluss angebunden und so, ähnlich wie beim Altarm, ein Frischwasseraustausch befördert. Linksseitig wird es eine Bepflanzung des Gewässerrandstreifens mit standorttypischen Gehölzen geben.

 

Plan Caaschwitz (Pdf)